Gastarbeiter im Gegental

Aus dem dalmatinischen Küstenland war in den 1840er Jahren der 1822 geborene Stephan Kleinszig als Almhalter zum Tabojer in der Pölling gekommen. Hier lernte er notdürftig Deutsch. Später als Holzknecht in Afritz heiratete er seine Anna und zog mit ihr als Köhlerehepaar in die sogenannte „Kohlenstör“. Das das Holz zur damaligen Zeit keinen Preis hatte, stellten es die Bauern dem Köhler unentgeltlich zur Verfügung. Seine Aufgabe war: zu Schlägern, den Schlag für die Viehweide zu richten und die Verkohlung durchzuführen. Die Holzkohle wurde dann von den Bauern zu den Hütten nach Seebach oder Buchscheide verbracht.
 
Der Bahnbau der Südbahn (Marburg – Klagenfurt – Villach 1863) und der Kronprinz-Rudolf-Bahn (St. Michael – Feldkirchen – Villach und weiter nach Tarvis und Triest 1868) erforderten eine große Menge an Bau- und Bahnschwellenholz. Der „windische Holzknecht“ Stephan Kleinszig erfasste, als einer der wenigen in der Gegend, die wirtschaftlichen Möglichkeiten die sich durch den Bahnbau ergaben. Aus diesem Grunde tat er sich mit dem flitscher Holzknecht, Tarmann, welcher den Obergröflacher-Hof kaufte und an der Straße ein Gasthaus eröffnete (Tarmann-Kirchtag 15. Aug.) heute Altenheim, zusammen. Die beiden holten sich aus ihrer Heimat zuerst 20, später über hundert Holzknechte. Mit diesen wurden die Almwieden vom Baumbestand freigeschlägert.

Die Bauern stellten ihnen auch dieses Holz gratis zur Verfügung, da man froh war, Weideland zu erhalten. Das Holz wurde an Ort und Stelle behauen und von den Bauern gegen Fuhrlohn an die Bahn gebracht. Die Kosten-Nutzenrechnung war für Kleinszig äußerst günstig, sodass in kurzer Zeit ein schönes Vermögen erwirtschaftet werden konnte. Kleinszig, der noch immer weder lesen noch schreiben konnte, pachtete die Schneeweiß-Säge, später kaufte er auch den Hof. Über den Kaufpries hinaus musste er noch 4000 Gulden zur Kirchenrenovierung, welche vom Restaurator Johann Zernatto und dem Malermeister Pirker 1874 durchgeführt wurde, bezahlen. Durch die Möglichkeit, größere Holzmengen über Triest in die Levante, das sind alle östlich von Italien im Mittelmeer gelegene Länder, zu liefern., kaufte er die Klement-Hube (Villach Paula) und baute dort eine zweite Säge
(heute Obstpresse Dobernig). Auch kaufte er die „Berger-Hube“, über dem Tabojer in Pölling gelegen sowie ein größeres Gut bei Feldkirchen. Sein Vermögen wurde damals auf 3 – 4 Millionen Gulden geschätzt.

Nicht frei von Eitelkeit und Eifersucht der Schlossherrschaft gegenüber, ließ er den alten Schneeweißhof abreißen und baute den noch heute großartigen Schneeweiß-Hof. Nach Absprache mit dem Bezirkshauptmann von Villach, Weinländer und einer Reise in die Schweiz und nach Italien, entschloss er sich, am Südufer des Ossiachersees 1888 ein Hotel zu bauen, welches nach dem Namen seiner Frau „Annenheim“ getauft wurde. Dieser Name ging 1908 amtlich auf die vis-a-vis gelegene Ortschaft, die bis dato „Obersattendorf“ hieß, über.
 
Seinem Sohn Mathias, geb. 1848, schenkte er zur Hochzeit mit Anna Hofer aus Fasching bei Feldkirchen, den Schneeweiß-Hof und die Berger-Hube. Außerdem sollten sie in Triest das Holzgeschäft in Schwung bringen. Nach Fertigstellung des Hotels „Annenheim“ wurde ihnen auch dessen Führung übergeben. Es kam zu ständigen Streitigkeiten zwischen Vater und Sohn
wegen angeblich mangelnder Geschäftstüchtigkeit des Sohnes und dem Lebenswandel des Vaters, der 70-jährige hatte mit einer Kellnerin seines Hotels ein Verhältnis angefangen und wollte sich scheiden lassen, da diese ein Kind erwartete. Zur Scheidung kam es auf Anraten eines Notars nicht, da mangels Ehevertrag die Hälfte des Besitzes an die Ehefrau gegangen wäre. Es kam zu einem Ausgleich zwischen Vater und Sohn. Mathias bekam alle Besitzungen im Raum Villach.
 
Der Vater übersiedelte nach Feldkirchen, wo er einen Waldbesitz in Wolschart und das Schloss Taggenbrunn erworben hatte. Dort baute er sich ein Haus, in dem er mit seinen „neuen“ Kindern und seiner Kellnerin als schwerreicher Mann seinen Lebensabend verbrachte und 1896 starb.

Mathias blieb Gutsherr in Töbring. Er gründete 1879 mit dem Lehrer Andreas Rauchensteiner die Feuerwehr in Treffen und war von 1893 bis 1900 Bürgermeister von Treffen. Da ihm Kinderwunsch versagt blieb, adoptierte er zwei Töchter, Paula und Maud. Durch Zukauf von Besitz vergrößerte sich  zum Leidwesen des Grafen La Tour seine Eigenjagd auf 180 ha. Mathias Kleinszig starb, nach ausgelassenem Lebenswandel, krank im Jahre 1900. Der Besitz ging auf seine Witwe Anna über. Nach der Tochter Maud mit Max Mößlacher aus Velden wurde die Herrschaft 1926 in deren Eigentum übertragen.
 
Gekürzter Auszug aus „Chronik der Treffner Gerlitzen-Jagd“ von Otto Zernatto
Gestaltet von Karl Kalin, 2005

Die ursprünglichen Traditionsgruppen und das Wolscharter Kreuz

Heute zieht eine der beiden großen Traditionsgruppen des Vierbergelaufs am frühen Nachmittag durch den Wolschart. Sammelpunkt der Metnitztaler und Krappfelder ist traditionell der Wallfahrtsort Maria Wolschart. Seit dem Tod ihres legendären Vorbeters Ferdinand Eicher im Jahre 1970 nehmen sie das Kreuz aus der Kirche von Maria Wolschart mit. Es ist das älteste, das am Vierbergelauf mitgetragen wird. "Wenn das nicht dabei ist, gilt der Lauf nicht, " meint man heutzutage. Danach geht die Gruppe über Drasendorf zum Stift St.Georgen. Der Anstieg auf den Magdalensberg erfolgt über St.Sebastian und wie schon seit Jahrhunderten treffen sich die Metnitztaler mit der Sörger Traditionsgruppe bei einer bestimmten Stelle und zu einem bestimmten Zeitpunkt unter der Gipfelkirche am Magdalensberg.

Die Sörger Traditionsgruppe hat schon den Weg von Sörg über den Lorenziberg nach St.Veit an der Glan  und hinauf auf den Magdalensbergs hinter sich.


Teilnehmeranzahl schwankte gewaltig


Vor gar nicht allzulanger Zeit bestand die Mehrheit der Vierbergler aus diesen beiden Traditionsgruppen. Es waren kaum mehr als 50 Personen auf den Weg über die heiligen Berge unterwegs. Erst in den 1980er Jahren, wie schon in den Jahrhunderten zuvor, wuchs die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf einige Hundert bis zu einigen Tausend an. In den 1980er Jahren war es die "Fit-mach-mit Bewegung", die für ein Ansteigen der Teilnehmerzahl sorgte. Im Laufe der Jahrhunderte schwankte diese Zahl immer wieder ganz beträchtlich.

Ferdinand Eicher - ein halbes Jahrhundert Vierbergelauf

Einen Tiefpunkt erreichte der Vierbergelauf 1945. Damals war nur mehr eine Handvoll Metnitztalerinnen und ein Metnitztaler, der legendäre Vorbeter Ferdinand Eicher, am Weg.  Kein Wunder, waren doch bei Pöckstein gerade Bombenangriffe der Engländer im Gange. Die Gruppe traf dann noch auf  18 Sörger Teilnehmer.

Und die Nationalsozialisten hatten den Vierbergelauf 1945 zudem strikt verboten.

Ein paar Wochen später war der 2.Weltkrieg Geschichte und auch die Herrschaft der Nationalsozialisten beendet. Ferdinand Eicher indes querte 48 Mal den Wolschart auf den Weg über die vier heiligen Berge.

Straßensysteme haben Konsequenzen für den Natur- und Kulturraum, da sie eine technogene Formenwelt darstellen. Sie trennen Lebensräume und beeinflussen damit traditionelle Wanderungen von Wildtieren. Es kommt zu einer Verinselung der Populationen u. in weiterer Folge kann dies zu einer genetischen Verarmung der Arten führen. Wildschutzzäune vermindern das Problem nicht, sondern potentieren es.  Um nun das Trennwirkungspotential einer Hochleistungsverkehrstrasse zu mindern, kann man mit Hilfe von Querungsmöglichkeiten das Wanderverhalten aufrecht erhalten.

  Straßenbau durch den Wolschartwald

 Straßenbau im Wolschart

Welche Maßnahmen wurden im Wolschart ergriffen? Im Zuge des Ausbaus der Kärntner Bundestraße B83 zur B317 ist diese Straße durch die Wolschartregion durchgängig vierspurig befahrbar und hat einen autobahnähnlichen Ausbauzustand erreicht. Die Trasse führt mit zahlreichen Ein- und Anschnitten sowie auf Brückenbauten und Dämmen durch größere zusammenhängende Feldfluren wie bei Dürnfeld und zerschneidet den Wolschartwlad.  Gerade dieser Bereich, der sich noch auf der alten Straßentrasse befindet, taucht in den Medien durch häufige Berichte von Unfällen (u.a.auch mit Wildschäden) auf. Da der Ausbau keine gesonderten baulichen Maßnahmen im Bezug zu Querungshilfen vorsieht, wird über kurz oder lang der Abschnitt mit  Wildschutzzäunen eingezäunt werden müssen. Feldwegunterführungen sind auch als Wilddurchlaß vorgesehen, aber entsprechende bauliche Maßnahmen (Schotterung der Wege, heller Anstrich im Durchlaßbereich, Licht- und Lärmschutz im Brückenbereich) sind zur Zeit unzureichend oder gar nicht vorhanden.  Anzumerken ist, dass beim Durchfahren eines größeren zusammenhängenden Waldstücks die Gefahr eines Querungsversuches der Strassentrasse durch Wildtiere höher ist, weil im  Waldinneren die Wilddichten größer sind als an den Rändern. Querungshilfen sind hier unabdingbar, aber leider kaum vorhanden und wenn, dann ungenügend ausgebaut.

Ein Problem ist aber nicht nur die B317 alleine, sondern auch die Brückenbauwerke, Dämme, Deponien, Einschnitte, Galerien und Stützbauwerke entlang der vierspurigen Straße, die hier eindeutig den Natur- und Kulturraum Wolschart durchschneidet und eine unüberwindliche Barriere für die Wildtiere bildet, aber auch ernstzunehmende sozioökonomische Raumwirkungen für das Leben der hier beheimateten Menschen hat. Denkt man sich jetzt noch 200.000 m² Schottergruben und den Ausbau der B317 zur S37 zu den schon anstehenden Hindernissen hinzu, darf man von einem ökologischen wie ökonomischen Supergau der Wolschartregion und hier vor allem des Wolschartwaldes ausgehen.
 
  Natur und Kulturraum Wolschart
 
 
Quellen: Carinthia II, 187./107. Jahrgang, S.267-279, "Die Trennwirkung von Lebensräumen durch Straßensysteme", Klagenfurt 1997, Angelika Wohofsky 

Die Weinbautradition in der Wolschartregion reicht bis ins 12.Jahrhundert zurück. Vor 350 Jahren beendete eine Klimaveränderung den Weinbau. Nur Flur- und Dorfnamen (z.B.Weindorf im östlichen Wolschart) erinnerten noch an den einstigen Wirtschaftszweig.

Im Vorjahr haben Carina und Marcus Gruze vier Hektar Acker am sogenannten Schrattfeld bei Töplach gepachtet und auf drei Hektar 14.860 Rebstöcke gepflanzt. "S' Joergen" nennen die Geschwister ihr Gut. Den Weingarten bewirtschaften sie alternativ. Die Arbeit erledigen sie nach den Mondphasen. Zur Bodennährstoffanreicherung wurden im Weinberg Erbsen, Ölrettich und Klee gesetzt. Ihre Philosophie im Weingarten und im Leben ist Nachhaltigkeit mit Leidenschaft und Entschleunigung und ein einfühlsames Arbeiten mit der Natur.

 

Der herbstliche Weinberg des Gutes "S' Joergen"

 

Im ehemaligen Längseestüberl, das den Geschwistern gehört, entsteht ein öffentliches, regionales und kulinarisches Refugium für die Weinvermarktung: Ein Ort der Ruhe und des Genießens mit einer Vinothek. Hier wird der Chardonnay, der Blauburgunder und der Schaumwein des Guts einmal ausgeschenkt werden. 15.000 Flaschen wollen Carina und Marcus ab 2011 jährlich abfüllen.Das Weingut der Geschwister Gruze ist ein EU-gefördertes Leaderprojekt.

 

Der neu bepflanzte drei Hektar Hang fällt steil zum Längsee hin ab


 

 

Im südwestlichen Wolschart, im Wolschartdorf Straganz, betreiben Gerfried Koppitsch und sein Partner den Weinbau. Auf einer wunderschönen, sonnigen Lage am Waldrand wachsen Reben der noblen Sorte Chardonnay, die Kreuzungsrebe Zweigelt und eine der ältesten Rebsorten der Welt, der Blaue Burgunder.

Hervorragende Lage am sonnigen Waldrand in Straganz

Der Weinberg ist die Keimzelle der Qualität. Die sonnigen Südhänge des Wolschart, mit ihren breiten, lichten Hanglagen und den weiten, offenen Räumen gegen Süden hin (wie in Straganz und Töplach), sind ausgezeichnet für den Weinbau geeignet.

Straganz WeinbergDer Straganzer Weinberg im November 2009

Das Landschaftsbild wirkt auf den Menschen ein 

Das Wohlbefinden hängt von vielen Dingen ab. Dabei ist das Landschaftsbild wahrscheinlich nicht das Wichtigste; jedoch werden Emotionen und Verhalten von dieser sichtbaren Umwelt in hohem Maße beeinflußt. Die ästhetische Qualität der Landschaft hat für die psychische und physische Gesundheit eine noch wichtigere, nicht zu unterschätzende Bedeutung. Eine ästhetisch befriedigende Umgebung schafft die Voraussetzung von positiven Erlebnissen und Reaktionen im Menschen und ermöglicht in weiterer Folge die Identifikation der Bewohner mit "ihrem" Ort.

Dies ist insbesondere beim Erleben von landschaftlicher Eigenart, unter Umständen auch von Vielfalt und Schönheit möglich. Ein umfassende menschliche Entfaltung ist bevorzugt in solch einer Umgebung, die als "Heimat" begriffen wird, möglich. Landschaft wird als "unersetzbare Natur- und Kulturgrundlage" gesehen. Zum anderen ist eine gewisse Qualität der Landschaft für die Gewährung der landschaftsbezogenen Lebensqualität  unbedingt erforderlich.  Hierzu gehören: Erhaltung der psychischen  wie physischen  Gesundheit der in ihr lebenden Menschen, Aufrechterhaltung der Lebensmittelproduktion, Gewährung des Fremdenverkehrs und nicht zuletzt die Erholung. Selbstverständlich ist, dass mit den optischen/szenischen Qualitäten der Landschaft der "Freizeitwert" und die Erholungsfunktion dieser Landschaft zunehmen.

Landschaftsbildschutz in Österreich 

In Österreich werden "Elite-Landschaften", die vor Beeinträchtigungen geschützt werden sollen, zur  Tabu-Landschaft für Eingriffe vorgeschlagen. Das zu berücksichtigende Landschaftsbild hat Eingang in die verschiedensten Normen gefunden, wie etwa das Baurecht, Wasserrecht, Recht des Forstwesens, in Länderregelungen zum Naturschutzgesetz, nach denen der Erscheinungswert, die szenische  Qualität, der geschichtliche und kulturelle Wert  sowie der  Gebrauchswert (Wert der Vertrautheit und Erholungswert) zu erhalten und zu pflegen sind.

 

Quelle: Landschaftsbild und Umweltverträglichkeitsprüfung, F.-J.Gareis-Grahmann, Erich Schmidt Verlag, Berlin 1993

 
Der morbide Charme der Weiler im und um den Wolschart bündelt sich im Wallfahrtsort Maria Wolschart wieder. Urkundlich wird in Wolschart bereits im 18.Jh. ein Marienkult erwähnt. Nach Schwierigkeiten mit der kirchlichen und staatlichen Obrigkeit musste ein  hölzernes Hüttel, mit einem Sieben-Schmerzen-Bild, einer Bassano-Arbeit, im August 1749 abgerissen werden. 1799 wurde eine hölzerne Kapelle errichtet und zur selben Zeit tauchte auch ein hölzernes, geschnitztes Versperbild auf, dessen Schöpfer und Stifter unbekannt sind. Ein nie dagewesener Pilgerstrom setzte ein. 
1843 wird schließlich ein kleiner Bau mit gotisierenden Formen errichtet. Die Wallfahrtskirche Maria Wolschart Maria Sieben Schmerzen ist heute das Zentrum eines verlassenen Weilers, dessen Wirthaus, der Wolschartwirt, leersteht. Die Fenster des Biedermeierbaues sind geöffnet, die Sandkegelbahn auf der die Wirtshausgäste oft bis weit nach Mitternacht die Holzkugeln schoben, wächst bereits zu.  Das Einfamilienhaus neben dem Wolschartwirt steht zum Verkauf. 
 
 
Dieses Einfamilienhaus steht zum Verkauf
 

 
Die Pfarre St.Georgen am Längsee ist Besitzer des Wolschartwirtshauses. Die Kirche Maria Wolschart ist eine Filialkirche derselben. Ein Invest täte dem Weiler gut: Investitionen, die die Wallfahrer wieder in den Wolschart bringen und zudem einen tüchtigen Wirten, der die beschauliche Lage zu nützen vermag. Es kann nur mehr aufwärts gehen mit dem Weiler, der 1458 als Woleschart zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde.
 
 
Die Pfarre sucht einen tüchtigen Wirt für den Wolschartwirten
 
 
Die Gegend zu bereisen, lohnt die Mühe. Unter der Oberfläche, jenseits touristischer Wahrnehmung, wartet manche Überraschung. Hier entdeckt man Naturschönheiten und architektonische Besonderheiten, die ihren Reiz gerade aus dem Kontrast zu modernen Kulturlandschaften gewinnen.   

2006 entstand im Wolschart ein Musikvideo mit der englischen Rockband Truck. Der Producer war Esther Joe Steiner. Der Wolschartwirt verköstigte die Crew einen Nachmittag lang.

 

Esther Jo Steiner, England/Österreich, ist gebürtige Kärntnerin und hat die Geschäftsleitung der Cinetop-Filmfirma in Kärnten über. Sie studierte Feature Film Screenwriting an der Royal Holloway University in London. Ab 2004 absolvierte sie ein Mphil/Phd Studium, bei Sue Clayton ("The Disappearance of Finbar").  Sie betreibt Forschungsarbeit über die Initiationsprozesse rebellierender Mädchen im Film, arbeitet mitunter als Englisch-Übersetzerin im Filmbereich (Untertitel, Drehbücher, etc.), Storyborder, und war längere Zeit beim ORF als Cutterin beschäftigt. Sie macht narrative und experimentelle Filmprojekte. Filmauswahl: CHOCOLATE GIRL – Kurzfilm über die Kärntner Besatzungszeit LICHT.MENSCH - Dokumentarfilm über das Nichtessen SAGELN, FADELN – Ein experimenteller Film über den bildhauerischen Prozess BABY RENEGADE – Musikvideo für die englische Rockband „Truck“

 

 

Esther Jo Steiner mit der Rockband Truck beim Dreh  

 

               Verköstigt beim Wolschartwirt

                             

 

 

 

 


 

Man fährt nicht in den Wolschart, man betritt ihn. Wir betraten also den nordöstlichen Teil des Waldes, der sich an den Ufersäumen der Gurk hinzieht: Dichter, dunkler Nadelwald und eine ausgeschwemmte Schotterstraße, die hinauf zum uralten Wallfahrtsort Maria Wolschart führt. 1799 war die Holzkapelle im Wolschart mit dem geschnitzten Vesperbild wiedererrichtet worden und die Pilger strömten in Scharen in den Wald.   Als Erbauer der heutigen Kirche gilt der Eisengewerke Graf Gustav von Egger. Er ließ den Bau in gotisierender Form mit einem achteckigen Dachreiter 1843 errichten. Das Gnadenbild der Kirche, ein Pieta-Relief aus dem 17. Jh., ist von geschnitzten Ranken umrahmt. Bald danach wurde neben der Kirche der Biedermeierbau errichtet, in dem ein geschäftstüchtiger Messner, ein früher Tourismusmanager,  den Wolschartwirt gab. Der Weiler mit Naturkegelbahn und dem erst kürzlich geschlossenen Gasthof wirkt heute etwas angejahrt, aber Retro ist schick. "Unspoiled" ist die Gegend und genau deswegen "total sexy".

 


 Hölzerne Wallfahrtskapelle aus 1799,

 Wolschartwirt (Aus nach 160 Jahren),

 Wallfahrtskirche aus 1843


  

 Woschartwirt